Bezirksapostel Zbinden legte dem Gottesdienst das Wort aus Psalm 87,7 zu Grunde: « Alle meine Quellen sind in dir» und nahm am Beginn seiner Predigt auf das zuvor gehörte Lied des Chores Bezug:
«Dem Lied des Chores haben wir entnommen, dass wir das, was Gott uns sagt, auch tun wollen. Denn wir wissen, dass alles, was er uns sagt, Wahrheit und Kraft ist. Seine Worte sind mehr als Menschenworte. Sie sind durch den Heiligen Geist gewirkt, die uns befähigen, auch mit anderen darüber zu sprechen. So erfahren wir, dass jeder Gott ein wenig anders erlebt. Dadurch erweitert sich unser Gottesbild. Kinder Gottes sind sich auch bewusst, dass Gott ihnen zuhört, dass er sie ernst nimmt. All das dient zur Förderung der Gemeinschaft».
Das Bibelwort weist zunächst darauf hin, dass in der damaligen Zeit die Stadt Jerusalem als die «Heimat» aller Quellen galt. Gott hatte sich Zion erwählt, Zentrum des geistlichen Lebens zu sein.
Heute, so der Bezirksapostel, ist der dreieinige Gott für uns Quelle des Heils, der Liebe und der Hilfe. Wichtig ist nicht nur, die Quellen zu kennen, man muss sie aufsuchen, sich zu ihnen beugen und daraus trinken. Gott drängt sich eben nicht auf. Er lädt ein!
In Kriegszeiten wurden Quellen manchmal vergiftet, was unvorhergesehene Folgen hatte. Göttliche Quellen sind nie vergiftet. Sie haben ein Gütesiegel, nämlich Jesus, der von sich sagte, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.
Göttliche Quellen fließen immer, selbst in geistlichen Trockenzeiten. Diese Quellen sind kostenlos, dass das Wasser des Lebens wird allen frei angeboten.
Welche Quellen können wir finden, wenn wir auf «Entdeckungsreise» gehen?
- Die Quelle der Liebe: «… denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in uns durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.»
- Die Quelle des Trostes: wo gehen wir hin, wenn wir Sorgen und Kümmernisse haben? Zu Jesus, der Trost und Frieden spendet.
- Die Quelle des Segens und der Gnade.
- Die Quelle der Erkenntnis: es gibt heutzutage viele Fakenews, auch in geistlicher Hinsicht. Einer allein garantiert die Wahrheit, der sich selbst als Wahrheit bezeichnet, nämlich Jesus.
- Eine Quelle des Lebens ist die Furcht des Herrn (Spr 14,27).
Im Johannesevangelium (Joh 4,14) lesen wir von Jesus, der sich an die Frau am Jakobsbrunnen wandte: «… wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.»
In seinem Predigtbeitrag bezog sich Bezirksapostelhelfer Deubel auf das Gehörte und kleidete es Bilder.
Bei langen Märschen als Soldat wurden vor allem Körperfalten durch anhaltende mechanische Reibung, starkes Schwitzen und Sommerhitze wund und schmerzten. Man zog sich einen sogenannten «Wolf» zu. Bei einer Quelle angekommen befahl dann der Kommandant: «Setzt euch in das Quellwasser!» Und siehe da: das Wasser erfrischte, reinigte und heilte. Um wieviel mehr empfängt unsere Seele die erwähnte Hilfe aus der Quelle Jesu.
Heute stellt sich erneut die Frage: «Hast du Durst? Hast du Verlangen nach Gottes Wort? Manchmal fehlt dieses. Dann schwimm gegen den Strom und du kommst zur Quelle.»
Bischof Jeram erzählte in seinem Predigtbeitrag von einem Haus im österreichischen Weinviertel. An dessen Ecke stehen auf einer Seite die Worte
Tu
nichts
Und auf der anderen Seite
es
ist unmöglich
Wenn man aber ein wenig zurück tritt und die Perspektive ändert, wird daraus
Tu es
Nichts ist unmöglich
Oftmals wird der Mensch durch eine falsche Sehensweise blockiert. Doch er muss nur ein wenig seinen Blickwinkel verändern, dann wird es gut.
Den Schlusspunkt der Predigt setzte Apostel Pfützner:
«In früheren Zeiten gab es den Quelle-Katalog, der fast alle Träume, die der Mensch hatte, erfüllen konnte. Die Zeit ist vergangen. Quelle gibt es nicht mehr, anderes hat heute Priorität.
Wonach haben wir Durst? Gott bietet Bleibendes an, nicht Vergängliches: Friede, Liebe, Trost, Barmherzigkeit».
Das Bibelwort spricht von: «Meine Quellen…» Jeder muss sich fragen, wo seine Quellen sind. Gesegnet ist der, der sich am Wort Jesu orientiert: «Bleibet in mir und ich in euch.» Jesus zu erleben, von ihm erfüllt zu sein, löscht jeden Seelendurst.
R. Kainz | W. Degenfellner